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TGA Fachplaner 09.2009

DGNB-Gütesiegel
Kosten, Honorare, Märkte


Bisher sahen viele TGA-Planer in der Zertifizierung von Gebäuden nicht unbedingt eine neue Einkommensquelle.
Erfahrungen mit dem Gebäudeenergieausweis waren nicht gerade ermutigend.

Nachdem sich inzwischen die
Crème de la Crème der Projektentwickler und Generalplaner intensiv in der Zertifizierungsszene engagiert,
scheinen dort die Verdienstmöglichkeiten nicht gerade schlecht zu sein. Leider wird in Deutschland das Thema
Honorare für die Gebäudezertifizierung auf einschlägigen Veranstaltungen tunlichst vermieden; der Kreis der
Auditoren und Zertifizierer soll offensichtlich möglichst lange überschaubar bleiben.
Eine gute Orientierung über erzielbare Honorare mit der Zertifizierung nach LEED bietet die Homepage von
Ecobau Consulting, Architekt Dipl.-Ing. F. W. Lipphardt in Berlin ( http://www.ecobauconsulting.de ). Dass sich
der Markt mehr bewegt als bislang angenommen, verdeutlicht die Aussage von Ecobau: „Wir verzeichnen derzeit
eine große Nachfrage nach LEED-Zertifikaten.“ Ecobau Consulting empfiehlt in jedem Fall eine Vorstudie, um
herauszufinden, ob sich für ein Gebäude eine LEED-Zertifizierung überhaupt lohnt. Kosten: 4000 bis 6000 Euro.
Eine komplette LEED-Zertifizierung koste zwischen 20000 und 80000 Euro, zuzüglich Kosten für die Bereitstellung


von Unterlagen für die Fachplaner des Auftraggebers. Und weiter: Durch Planungsoptimierungen
könnten zusätzliche Mehrkosten entstehen, auch in der Bauausführung.
Vorbild USA. Dass sich der Mehraufwand für den Investor in jedem Fall lohnt, belegt eine Studie der CoStar Real Estate Research Company, Bethesda/Maryland, nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich Real Estate
Marketing und Kommunikation. Danach lassen sich mit LEED-zertifizierte Gebäude im Schnitt folgende monetären Vorteile erzielen (mehr dazu: http://www.CoStar.com/Partners/CoStar-Green-Study.pdf ):

  1. 4,1 % höhere Belegungsrate
  2. 122 US-$/(m2 a) höhere Mieteinnahmen
  3. 1840 US-$/(m2) höherer Verkaufspreis

Die nachweislich höheren Erträge von LEED-zertifizierten Gebäuden auf dem US-Immobilienmarkt scheinen jetzt
eine Initialzündung auszulösen. So berichtet die Deutsch-Amerikanische Handelskammer Ende 2008 in ihrem
Factsheet „Energieeffizienz in Gebäuden“ von 620 Gebäuden, die bisher ein LEED-Zertifikat erhalten haben.
Derzeit befänden sich 3500 Projekte im Zertifizierungsprozess.

Indien braucht 5000 Zertifizierer


Das Indian Green Building Council (IGBC; http://www.igbc.in ) geht von aktuell 32 Objekten aus, die LEEDStandards erfüllen; 350 Objekte seien für die Zertifizierung registriert. Bis 2012 sollen rund 1000 Gebäude mit insgesamt 100 Mio. m2 nach LEED bewertet sein. Allerdings fehle es in Indien an technischem Know-how und
ausgebildeten Fachkräften. Der Verband müsste daher bis 2010 insgesamt 5000 „Green Building Professionals“
ausbilden.

Gebäudezertifikate als Exportmotor


Wie wichtig der Export von nationalen Gebäudezertifikaten in Ländern ohne eigenes Gebäudelabel ist, zeigt das
Beispiel China. So erhofft sich die US-Industrie aufgrund der in China dominierenden Gebäudezertifizierung nach
LEED-Kriterien Vorteile für grün-zertifizierte Bau- und Ausbaukomponenten aus US-Produktion. Von Seiten des
US Commercial Services – vergleichbar mit der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer – wird den US Green
Building-Akteuren der direkte Kontakt zu den Gebäudeentwicklern empfohlen. Wie groß der Markt für zertifizierte

Building-Akteuren der direkte Kontakt zu den Gebäudeentwicklern empfohlen. Wie groß der Markt für zertifizierte
Gebäude in China künftig sein wird, lässt sich anhand folgender Bauprognosen erahnen:

  1. 20 % Wachstum pro Jahr bei Gebäuden
  2. ab 2015 wird die Hälfte aller weltweit neu gebauten Gebäude in China erstellt
  3. in den nächsten 20 Jahren entstehen in China gewerbliche Bauten mit rund 40 Mrd. m2 Nutzfläche, das entspricht 20000 bis 50000 neuen Wolkenkratzern


China wird bis 2030 rund 20 % der global erzeugten Energie verbrauchen.

Die Regierung in Peking will dem ungebrochenen Bauboom mit drastischen Energiesparvorgaben begegnen. Bis
2020 sollen alle Städte ihren Energieverbrauch um 65 % reduzieren. Vor diesem Hintergrund hat die chinesische Regierung rund 140 Mio. US-$ in Programme zur Verbesserung der Gebäudeenergieeffizienz gesteckt. Bereits jetzt wird der Markt für grüne Gebäude auf rund 214 Mrd. US-$
geschätzt. Die geplante Einführung des DGNB-Zertifikats in China könnte sich unter diesen Umständen für Deutschland zu einem veritablen Exportmotor für hocheffiziente gebäudetechnische Komponenten und Systeme, Planungs-Knowhow,
Ausbildungskonzepte für Gebäudezertifizierer und Projektmanagement etablieren, zumal „Made in
Germany“ in China traditionell hoch im Kurs steht.

BÜRO: 9-12.00h 14-17.30h TEL: 0049 (0) 30 / 41716840 FAX: -45  | E-MAIL:office(at)ecobauconsulting.de